Heike van LaakCarel Mohn

Carel Mohn

Wie wurde praxis4 ins Leben gerufen?
Wir hatten vor einigen Jahren eine Veranstaltung, auf der die Entwicklung des Verbraucherjournalismus in Deutschland diskutiert wurde. Daraufhin gab es eine große Resonanz, vor allem von Journalisten. Tja, und wenn man was für die Zukunft erreichen will, fängt man am Besten bei der Ausbildung an. Und so wurde praxis4 geboren. Ich habe das dann Frau van Laak von der Stiftung Warentest vorgeschlagen, die die Idee auch toll fand. Und dann hat es noch ein paar Monate gedauert, bis alles organisiert war.

Wie kam es denn zu dem Namen „praxis4“?
Einen passenden Namen zu finden ist immer schwierig, denn „Förderprogramm für Verbraucherjournalisten“ klingt erst mal nicht so wahnsinnig aufregend. Dann haben wir uns gefragt: Worum geht es in dem Programm überhaupt? Es geht darum, Praxis im Verbraucherjournalismus zu bekommen und darum, diese Praxis zu potenzieren. Man kann also sagen, dass innerhalb der Volontariatsstationen das Wissen sozusagen potenziert wird. Daher der Name praxis4.

Warum ist ein solches Programm gerade für den vzbv interessant?
Es gibt zwei Stränge im Verbraucherjournalismus. Der serviceorientierte Journalismus ist sehr wichtig, aber diese Art von Nutzwertjournalismus hat keinen so hohen Stellenwert und kein so hohes Ansehen. Und dieser Bereich ist natürlich auch verletzlich, was Einflüsse von der PR-Seite angeht. Gerade weil das so ist, haben wir gesagt: Hier ist Qualität besonders wichtig! Der Bereich, der uns als vzbv besonders interessiert, ist der politische Verbraucherjournalismus. Es ist besonders wichtig, dass sich an den Fallstricken, die es für Verbraucher gibt und die schon im Gesetz verankert sind, etwas ändert. Und da brauchen wir Journalisten, die eben nicht nur Tipps geben, sondern auch hinterfragen. Zum Beispiel, warum es überhaupt so ist, dass man in manchen Bereichen so vorsichtig sein muss. Und genau dafür braucht es natürlich auch verbraucherorientierte Journalisten.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Volontäre ausgewählt?
Die Bewerber mussten erst mal die formalen Kriterien erfüllen: also unter anderem bereits journalistische Erfahrung haben und den begründeten Wunsch, im Verbraucherjournalismus aktiv zu sein. Und dann haben wir aus diesen Bewerbern interessante Lebensläufe herausgesucht. Lebensläufe, bei denen auch erkennbar war, dass das verbraucherjournalistische Interesse nicht ganz zufällig, sondern vielleicht schon eine rote Linie erkennbar ist. Die Endauswahl erfolgte dann anhand der Interviews. Wichtig für uns ist: wir wollen Journalisten, die auch schon als Journalisten arbeiten und quasi an der Stelle zwischen Ausbildung und Berufseinstieg sind, eine Zusatzqualifikation im Verbraucherjournalismus geben. Aber natürlich erwarten wir nicht, dass schon ALLE journalistischen Bereiche über Praktika abgedeckt wurden.

Das Interview führte Sina Groß.

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